SHANG-CHI SUN

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Deutsches Requiem

with Egidienchor Nürnberg
2011
Credits   Pictures


Deutsches Requiem

with Egidienchor Nürnberg
2011

Als ich mir Gedanken über eine Choreographie für das Requiem von Brahms machte, kam mir als Erstes die Idee, die schlichte Klarheit und ungeheure Wucht dieses Werks in einem minimalistischen Ansatz umzusetzen. Ich reduzierte die Komplexität der choreographischen Schritte auf die absolut grundlegenden Merkmale menschlicher Empfindung. Ich konzentrierte mich auf die einzelnen Elemente des Körpers und zielte mit jeder Geste und Bewegung darauf ab, die Bilder im Raum schweben zu lassen.

Ich neige sehr dazu, den Tanz und Brahms als plastische, beinahe skulpturhafte Bilder zu sehen, die sich wie organische Formen in einem unsichtbaren Kreislauf zusammensetzen. So wird die Kontinuität der Musik und der vertonten Texte unterstrichen. Diese Texte sprechen zu mir nicht nur von Spiritualität, Tod und Trauer, sondern erscheinen mir eher auch wie eine Ermutigung, einem Zugehörigkeitsgefühl entgegenzuschreiten. Sie bauen eine Beziehung zwischen den Körpern auf.

Die Texte erscheinen mir wie eine Meditation fĂĽr uns, bei der wir Reinheit und Klarheit im Leben aufspĂĽren und Verbindung damit aufnehmen.

Von diesem Impuls angetrieben, durchleben unsere Körper verschiedene mentale und emotionale Stadien. Ich ĂĽbersetze solche im Körper entstehenden GefĂĽhle in Tanz und stelle die Verbindung zu Brahms’ Musik her. 

Der größte Teil der Bilder und der Inspiration entwickelt sich aus dem Text des Requiems und den Emotionen der Musik selbst. Das Requiem von Brahms wirft mich auf meine vergangenen Erinnerungen an Freunde und Familie zurück. Beim Hören erfüllen mich gleichzeitig unendliche Freude und tiefste Trauer. Diesen Schwebezustand möchte ich mit der Choreographie ausdrücken, mit ihm möchte ich davontanzen.

Dies ist gewiss eine sehr persönliche Herangehensweise an das Requiem, doch ich bin davon überzeugt, dass wir alle in gewisser Weise mit Brahms gemeinsame Erfahrungen erleben. Seine Musik hat immer noch etwas Heutiges, Aktuelles. Sie spiegelt eine beständige Hoffnung und Zukunftszuversicht wider.

Dieses getanzte Requiem hilft uns, unsere eigene Willensstärke zu erfahren und unsere Gewaltängste zu verlieren.

press reviews


Selten energetisch wurde die Dichte der menschlichen Empfindung hörbar und sichtbar. So geriet der Abend zu einer sinnlichen Reflexion für Auge, Ohr und Herz

NĂĽrnberger Zeitung, 17th Oktober 2011, Pia Lubig

Diesmal sollte der taiwanische Choreograf Shang-Chi Sun mit tänzerischen Mitteln den Requiem-Text ausdeuten. Drei exzellente Tänzer imaginierten textgetreu mit modern stilisiertem Bewegungsrepertoire die geistliche Atmosphäre von Leid, Sterblichkeit, Trost und Hoffnung. Dass geschah mit innigen Umarmungen, virtuosen Hebefiguren, bedächtigem Umherkreisen, angstvollem Tremor und Hochstemmen von StĂĽhlen im Zeichen von Dies-irae-Klängen. 

NĂĽrnberger Zeitung, 17th Oktober 2011, Egon Bezold

Credits

Music Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem
, Vierhändige Klavierfassung

Egidienchor NĂĽrnberg
 mit dem Klavierduo GrauSchumacher

Choreography Shang Chi Sun

Music direction Pia Praetorius

Sopran Siri Karoline Thornhill


Bariton Stefan Sevenich

Dance Ruben Reniers, Nicky Vanoppen, Albert Garcia SaurĂ­

Light and set design Fred Pommerehn

Duration 60 min

 

Pictures

 
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